Dezember 2016

Onkelz

Nach dem Relax-Tag in der Therme Wien - wo ich neben ein paar Pensionisten und jungen Eltern fast der einzige bin - fängt der Dezember gleich mal mit der richtigen Band an. Die Onkelz spielen am 1. Dezember in der Stadthalle und dieser Tag gehört natürlich gebührlich gefeiert. Daniel, den wir bereits 2014 am Hockenheimring kennengelernt haben, macht sein Versprechen wirklich wahr und kommt von Donnerstag bis Sonntag nach Österreich, um mit uns die Onkelz zu zelebrieren. Die ersten Freunde kommen bereits am Vormittag zu mir und wir machen uns um kurz nach 10 bereits das erste Bier zur Live-DVD vom Hockenheimring 2014 auf. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Stimmung nach den ersten Takten der Onkelz aufkommt, sogar nach 25 Jahren Onkelz-Wahnsinn kann man sie nicht oft genug hören. Während die anderen Daniel vom Hauptbahnhof abholen, bereite ich in der Zwischenzeit die Spareribs für das Mittagsmahl vor, schließlich müssen die ja 2,5 Stunden im Griller bleiben. Kurz nach eins treffen dann alle ein, die Kinder und Manu kommen von der Schule, meine Eltern schauen auch einen Sprung vorbei und die anderen (July, Jely, Georg, Frosch) kommen direkt vom Bahnhof mit Daniel im Schlepptau. Die Freude des Wiedersehens ist groß, wir fallen uns um den Hals und singen zusammen die alten Lieder. Nach dem Essen wechseln wir zu July und Jely in den Keller und rüsten uns dort für die Fahrt zur Stadthalle. Mit "rüsten" ist natürlich vorglühen gemeint. Die Fahrt macht Spaß, das Konzert und die Show sind extrem geil und erinnert an alte Konzerte. Am nächsten Nachmittag führen wir Daniel ein bisschen in Wien herum und bleiben am Riesenradplatz beim Christkindlmarkt hängen. Er ist total begeistert von Wien und wir trinken ein paar Punsch. Am Samstag ist bei uns in Deutsch-Wagram der alljährliche Perchtenlauf, auch dort wird kräftig gefeiert und Daniel lernt 1000 neue Leute kennen. Leider müssen wir uns bereits am Sonntag um kurz vor 6 Uhr schon wieder von ihm verabschieden, denn sein Zug fährt leider schon so früh nach Deutschland. Wir versprechen, uns gegenseitig zu besuchen und mit viel Wehmut winke ich ihm im Zug noch nach. Was für ein geiles Onkelz-Wochenende.
Auch meine Kollegen besuche ich am Elternsprechtag, wo ich mich einerseits mit den Eltern vor den Zimmern anstelle und dann hineingehe (Überraschung!) und andererseits danach beim Pizza-Essen dabei bin. Man merkt wirklich schon die Anspannung und den Stress der Leute im Vergleich zum September-Besuch. Naja, jetzt sind ja alle Schularbeiten und Tests, sowie die Elterngespräche. Trotzdem haben wir uns nett unterhalten, doch leider mussten alle schon früh nach Hause. War wieder mal der letzte im Haus...
Am 6. und 7. Dezember bin ich bei Kirsten zum Weihnachtskekse backen eingeladen und wir verbringen zwei lustige Vormittage zusammen. Wir mischen den Teig, kosten dabei natürlich auch viel, ändern die Rezepte nach unserem Geschmack und sparen vor allem nicht beim Rum! Am Ende haben wir Cashew-Kekse (die wir aufgrund der nicht gelungenen Verziehrung "Runen-Kekse" nennen), Rum-Kugeln sowie Vanillekipferln zusammengebracht und sind stolz auf uns.
Der Rest des Dezembers verläuft sehr ruhig, ich bin ja jetzt wieder zuhause. Ich übernehme wieder die Hausarbeiten, doch in Wirklichkeit habe ich Lust auf gar nix. Beide Jobs, sowohl bei den Kubenas als auch beim McDonalds waren interessant und es hat mir wirklich gefallen, doch jetzt bin ich wirklich froh, dass ich einige Zeit nichts arbeiten muss. Momentan kann ich mir das auch gar nicht vorstellen, auch die Schule erscheint weit weg. Kurz gesagt: Ich bin ein Faulsack, lungere daheim herum, schaue Serien auf netflix und schlafe lange. Na hoffentlich kommt die Motivation wieder.

beim Lino auf ElterngesprächPizza essen nach dem Elternsprechtag
Ripperlessen vorm KonzertStimmung!
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Georg, Frosch, ich, Danielnach dem Konzert
"Wintermarkt", lolPunsch am Riesenrad
Perchtenlauf IPerchtenlauf II
Kekse backen mit KirstenVanillekipferl!!!


Der Rest des Dezembers vergeht wie befürchtet: Faul sein, herumlungern, Serien schauen. Irgendwie leiwand aber auch irgendwie unbefriedigend. Die Highlights des restlichen Dezembers waren ein Besuch mit Kevin in der Skatehalle, das Segeltreffen mit Freunden zwecks Planung für nächsten Sommer - es wird diesmal ein Kat gemietet - sowie der Besuch des Christkindlmarktes mit der family, dort haben wir auch einige Kollegen getroffen. Zwischendurch helfe ich meinem Kameraden Edi auf seiner Baustelle, hauptsächlich Grab- und Zuschüttarbeiten mit Schaufel, Krampen und Scheibtruhe. Einen Tag treffe ich mich auch mit meinem Bruder, der gerade in Karenz ist und beide Kinder zu versorgen hat. Wir haben uns schon länger ausgemacht, dass wir einen gemeinsamen Vater-Kinder-Onkel-Andreas-Tag machen. Ich bin es ja gar nicht mehr gewohnt mich mit kleinen Kindern zu beschäftigen, bei meinen ist es ja schon lange her dass sie fast 3 und gerade 1 waren. Doch nichtsdestotrotz macht der Tag Riesenspaß, wir gehen zuerst auf den Spielplatz, dann essen wir zuhause und danach fahren mit der Badner-Bahn in den Bogi-Park. Der größte Stress ist hierbei, mit dem Kinderwagen durch den Öffi-Dschungel zu kommen. Im Indoor-Spielplatz haben wir sehr viel Spaß, ich schmeiße mich mit den Kindern ins Kugelparadies, auf die Hüpfburgen und selbst den Vulkan versuche ich zu bezwingen aber keine Chance, bin zu schwer :-)
Ein weiters Highlight ist die Weihnachtsfeier bei den Kubenas, zu der ich liebenswürdigerweise auch eingeladen bin. Es gibt Schnitzel und Salate, viele Getränke und lustige Gespräche über die Arbeit und auch Privates. Ein nettes Wiedersehen mit meinen ehemaligen Arbeitskollegen.
Kurz vor Weihnachten haben ein Freund und ich noch eine gute Idee für einen ganz speziellen Event: Ein Punschmarathon. Irgendwann habe ich im Internet eine Liste mit allen Christkindlmärkten Wiens gefunden (es sind 21) und irgendwie kam die Idee, zu testen, ob man diese alle an einem Tag schaffen könnte. Also gemeint sind jene Märkte, die dauerhaft geöffnet haben, nich nur punktuell oder am Wochenende. Da mein lieber Freund Frosch gerade von seinem 7-monatigem Schweiz-Aufenthalt zurückkommt und eh grad nix besseres zu tun hat, probieren wirs einfach aus. Beim Planen bemerke ich sofort, dass die Erreichung des Ziels nicht nur was mit Trinkfestigkeit zu tun hat, es ist eher eine organisatorische Meisterleistung gefragt, damit die Wege zwischen den Märkten möglichst kurz sind und auch die unterschiedlichen Öffnungszeiten berücksichtigt werden. Also sieht der Grobplan so aus, dass wir zuerst die innenstadtfernen Christkindlmärkte ansteuern (natürlich mit den Öffis) und uns dann langsam der Mitte Wiens nähern. Start ist also um 9 Uhr (da sperrt der erste Markt auf) am Christkindlmarkt in Floridsdorf. Das erste Standl öffnet gerade vor unseren Augen und wir bestellen gleich mal zwei Orangenpunsch. Die Dame ist wirklich nett, sie macht uns allerdings darauf aufmerksam, dass der Punsch noch kalt sei und wir daher warten müssten. Leider geht sich das mit unserem Zeitplan nicht ganz aus, denn wir haben im Durchschnitt 36 Minuten pro Punsch, eingerechnet die Strecke zum nächsten Markt (gerechnet auf 12 Stunden, denn um 21 Uhr schließt der letzte Stand in der Stadt!). Also das geht ja gar nicht, soviel Zeit zum Warten haben wir nicht, eine Lösung muss her. Sie stellt die Häferl liebenswürdigerweise in die Mikrowelle und so können wir nach 2 Minuten unseren ersten Punsch "genießen". Danach schnell noch zum Anker auf ein Frühstück - wir haben beide noch nichts gegessen und weiter gehts mit der Schnellbahn nach Wien-Mitte zum zweiten Standl. Da die Wettervorhersage Minus-Grade ansagt, haben wir uns passend angezogen mit vielen Schichten Gewand sowie langer Schiunterhose, Schal, Haube, Handschuhe usw.
In Wien-Mitte gibts gleich die erste Enttäuschung: Der Markt hat noch zu. Irgendwie ist bei den Recherchen was durcheinandergekommen, meine Liste mit den ausgedruckten Öffnungszeiten stimmt schon jetzt nicht und wir müssen diesen auslassen und später nochmal kommen. Weiter gehts zum Belvedere, wo wir zuerst gar nicht wissen, an welcher Stelle genau der Markt stehet und gleich einmal mit der Straßenbahn zu weit fahren und dann alles zu Fuß zurückhatschen müssen. Beim zweiten Punsch dort - der übrigens sehr lecker war - trifft uns der Schlag, es sind schon fast 2 Stunden vergangen. Wir haben bereits Angst, dass sich unser Zeitplan nicht ausgehen wird und wollen schon alles hinschmeißen - bevor es erst richtig begonnen hat. Nun gehts ab in den 13. nach Schönbrunn zum dem Christkindlmarkt mit der wahrscheinlich herrlichsten Kulisse. Danach mit der U4 und dann zu Fuß bis zur Mariahilferstraße bei der Gruft. Der Blick auf die Uhr wird jedesmal schlimmer, wir sind bereits beim 4. Punsch so weit hinten, das kann sich eigentlich gar nicht mehr ausgehen. Dann das nächste Problem: wo ist das nächste Klo? Wir suchen am Markt, wir gehen in die U-Bahn Station, dort hängt ein Schild: "WC-Anlage gesperrt". Na super, was jetzt? Eine ältere Frau bemerkt anscheinden im Vorbeigehen unsere Not und sagt uns, dass sich im P&C gleich in der Nähe ein Kunden-WC befindet, welches nichts kostet. Super, jetzt aber schnell, wir haben schon gelbe Augen! Zurück auf der MaHü ein Blick in beide Richtungen, wo ist der P&C? Nach gefühlten 1,5 Stunden sehen wir das Geschäft endlich, jetzt aber nichts wie rein und ab aufs Klo, ich kann kaum mehr gehen. WCs gibts im ersten Stock und im Keller. Wir entscheiden uns für die Rolltreppe in den Keller. Schnell das Schild suchen und rein mit uns. Doch STOPP, die Türe ist versperrt, das WC ist geschlossen! WAAAAAAAS? Soll ich gleich zwischen die Pullover und Blusen hinpinkeln??? Was stellen die sich vor??? Schnell erinnert, dass im ersten Stock auch noch ein WC ist, ich glaube jetzt nicht mehr daran, dass ich die paar Meter mit der Rolltreppe und zu Fuß schaffen werde. Wir geben alles und dann explodieren wir am Klo. Gerade irgendwie doch noch geschafft. Das nächste Mal nur mehr mit Windel!
Weiter gehts mit der Favoritenstraße, Wien Mitte (jetzt endlich geöffnet), Praterstern, Karlsplatz, Mahlerstraße - dort gabs mit Abstand den besten Punsch, Maria-Theresien-Platz, MQ (ab da dann zu dritt mit Georg), Rathausplatz, altes AKH, Schloss Wilheminenberg, Türkenschanzpark, Am Hof, Freyung, Michaelerplatz (der sperrte gerade noch zu und wir konnten den Angestellten mit viel freundlichem Zureden dazu bringen, uns noch drei Punsch zu verkaufen), Am Graben, Stephansplatz und Spittelberg. GESCHAFFT! Am letzten Drücker! Dort sind wir dann draufgekommen, dass es doch 22 Christkindlmärkte gibt. Zum Abschluss noch ein Bier und dann mit der Schnellbahn heim. Falls das jemand nachmachen will, ein kleiner Tipp: Viel Wasser dazwischen trinken, der Zucker ist das Hauptproblem. Dadurch ergibt sich dann aber das nächste Problem: Wo ist das nächste Klo? Wenn man diese beiden Dinge im Griff hat, ist es ein Kinderspiel...
Zwischen Weihnachten und Silvester waren wir einen Tag am Stuhleck schifahren und am 31.12. haben wir den Nachmittag am Silvesterpfad und den Abend bei netten Freunden in Strasshof verbracht. Und so ging der Dezember auch seinem Ende zu...

Bruder und Neffe am SpielplatzMit der Nichte im Bogi-Park
Mit den Kolleginnen am ChristkindlmarktRathausplatz
Start des Punsch-Marathons in FloridsdorfSchönbrunn
KarlsplatzRathausplatz
Schnefall im alten AKHder vorletzte Punsch am Stephansplatz
der 22. Punsch am Spittelberg